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Die 5 Faktoren innerer Stabilität

  • Autorenbild: Eva
    Eva
  • vor 10 Minuten
  • 5 Min. Lesezeit

Warum Wohlbefinden kein „Mindset-Thema“ ist, sondern ein Systemzustand – und wie du ihn klar lesen lernst.


Compass - Spinnendiagramm

„Wie geht es dir?“


Wenn du diese Frage ehrlich beantworten willst, ist die Antwort oft nicht „gut“ oder „schlecht“, sondern:

Kommt drauf an.


Vielleicht bist du mental klar, aber körperlich völlig unter Spannung.

Oder dein Körper ist okay, aber emotional ist da ein Grundrauschen.

Oder du bist grundsätzlich stabil – bis ein bestimmter Mensch, ein bestimmtes Umfeld oder eine bestimmte Phase im Außen dich aus der Bahn wirft.


Was viele als „Stimmung“ oder „Phase“ abtun, ist in Wahrheit oft etwas sehr Konkretes:

Dein System sendet dir Statusmeldungen – nur ohne Bedienungsanleitung.


Genau dafür gibt es die 5 Faktoren innerer Stabilität.



Warum Wohlbefinden selten ein reines Kopfthema ist


Wir leben in einer Welt, in der Lösungen meistens dort gesucht werden, wo man sie gut kontrollieren kann: im Kopf.


Mehr Erkenntnis. Mehr Disziplin. Mehr „positives Denken“.

Und ja – der Verstand ist wichtig.


Aber wenn im Hintergrund dauerhaft Prozesse laufen wie:


  • emotionale Ladung, die nicht vollständig verarbeitet ist

  • mentale Dauerschleifen („Was wäre wenn…“, „Ich müsste…“, „Was denken die…“)

  • Daueranspannung im Nervensystem

  • Beziehungen, die dich subtil enger machen

  • äußere Umstände, die ständig an deinem System ziehen


…dann ist das Problem selten „zu wenig Wissen“.

Meist ist es ein Ordnungsproblem im System.


Du brauchst keine weiteren Konzepte obendrauf.

Du brauchst eine klare Landkarte: Was ist gerade wirklich los – und wo sitzt der Engpass?



Die 5 Faktoren innerer Stabilität


Die fünf Faktoren sind ein System-Scan über das, was dein Wohlbefinden im Alltag trägt oder kippt.


1) Emotionale Ebene

Wie fühlst du dich wirklich – unter der Oberfläche?

Ruhig oder gereizt? Stabil oder dünnhäutig? Verbunden oder innerlich abgetrennt?


2) Mentale Ebene

Wie klar ist dein Kopf – und womit ist er beschäftigt?

Relevant oder unnötig? Lösungsorientiert oder kreisend? Stärkend oder selbsterniedrigend?


3) Körperliche Ebene

Wie ist dein Nervensystem gerade unterwegs?

Entspannt oder angespannt? „Puffer da“ oder „kurz vor Kipp“? Energie verfügbar oder nur noch Funktionieren?


4) Beziehungen

Wie stimmig sind deine Verbindungen mit anderen?

Hier wird es spannend, weil du nicht mehr allein bist: Du agierst als System in einem System.


In meiner GMP-Auditoren-Ausbildung habe ich einen Satz gelernt, den ich nie vergessen habe:

Die kritischsten Punkte sind immer die Schnittstellen.


Ein Prozess kann für sich sauber laufen – aber sobald ein zweites System dazukommt, entstehen Reibung, Missverständnisse, Erwartungsfelder, Trigger, Tempo-Unterschiede.


5) Das Außen (Umfeld, Kollektiv, Rahmenbedingungen)

Was wirkt auf dich ein – auch wenn du es nicht kontrollieren kannst?

Wetter, News, Technologie, Gesetze, Arbeitgeber, Gesellschaftstempo, Familienkontext, Zeitqualität.


Du kannst vieles wählen (wo du wohnst, wie du arbeitest, welche Informationen du konsumierst).Aber du kannst nicht alles steuern. Und genau hier entscheidet sich oft, ob du innerlich eng wirst oder handlungsfähig bleibst.



3 innen, 2 außen – und warum das entlastet


Ein Schlüssel, der sofort Druck rausnimmt:


  • Faktor 1 - 3 sind dein Inneres (emotional, mental, körperlich).

    → hier liegt direkter Einfluss, sobald dein System nicht überladen ist.


  • Faktor 4 - 5 sind Schnittstellen und Kontext (Beziehungen und Außen).

    → hier kannst du gestalten, kommunizieren, Grenzen setzen, wählen – aber nicht kontrollieren.


Allein diese Unterscheidung bringt oft eine neue Art von Ruhe:


Ich bin Meister über mein System. Ich bin nicht der Regler für alle anderen Systeme.



Warum du manchmal nicht einmal weißt, wie es dir geht


Viele Menschen sind nicht „unreflektiert“. Sie sind einfach überlagert.


Wenn mehrere Faktoren gleichzeitig ziehen, entsteht das, was ich Grundrauschen nenne:

Du spürst, dass etwas nicht stimmt – aber du kannst es nicht sauber lokalisieren.


Dann passiert oft eines von zwei Dingen:

  1. Du gehst in den Kopf und suchst die richtige Erklärung.

  2. Du reißt dich zusammen, bis es wieder besser wird.


Beides kann kurzfristig funktionieren.

Aber langfristig bleibt die Logik: Das System ist zu voll, um klar zu zeigen, was gerade wirklich dran ist.


Und genau dafür ist die Kalibrierung gemacht.



Der Compass Snapshot: dein ultimatives Self-Tool (2 - 7 Minuten)


Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese:


Du kannst deinen Zustand lesen. Ohne Drama. Ohne Analyse.


So funktioniert der Compass Snapshot in der Praxis:


Schritt 1: 0–10 Skalen (spontan!)

Bewerte ohne lange nachzudenken:


  1. Emotionen: Stabilität - Unruhe (0 - 10)

  2. Kopf:  Klarheit - Monkey Mind (0 - 10)

  3. Körper: Entspannung - Stress (0 - 10)

  4. Beziehungen: Harmonie - Reibung (0 - 10)

  5. Außen: Ruhe - Belastung (0 - 10)


Schritt 2: Engpass finden

Beantworte eine Frage:


Wenn nur ein Faktor heute optimierbar wäre – welcher würde für mich am meisten verändern?


Schritt 3: Einflussbereich klären

Ist dieser Faktor eher…

  • in deinem Einflussbereich (Schlaf, Grenzen, Fokus, Entscheidungen, Pausen, Gespräche)?

    oder

  • außerhalb (Weltgeschehen, Launen anderer, Delay, Gesetze, ...)?


Schritt 4: Ein nächster Schritt (max. 10 - 20 Minuten)

Wähle eine Aktion, die dein System heute tatsächlich entlastet.

Nicht „alles optimieren“. Nur den nächsten sinnvollen Move.


Das ist Selbstermächtigung in Reinform:

Orientierung → Engpass → Einflussbereich → nächster Schritt.



Warum jede Session bei mir mit der Fünf-Faktoren-Kalibrierung startet


In meiner Arbeit ist die Fünf-Faktoren-Kalibrierung der Start – bevor ein Reset beginnt.


Nicht, weil „noch ein Tool“ fehlt, sondern weil sonst oft am falschen Punkt gearbeitet wird:

am Symptom, am lautesten Gedanken, an der best-erzählbaren Geschichte.


Was dabei passiert – nüchtern beschrieben

  • Ich frage die fünf Faktoren testbasiert ab: Ist das gerade Thema – ja oder nein?

  • Wenn ein Faktor aktiv ist, wird er präzise identifiziert: Situationen, Menschen, innere Sätze, Körperempfindungen, Trigger.

  • Der Klient spricht aus, was auftaucht, ich teste mit: relevant oder nicht relevant.

  • Das läuft so lange, bis das System sagt: „Das war’s.“

  • Erst dann wird gelöst. Und erst dann ist die nachfolgende Reset-Arbeit wirklich punktgenau.


Du kannst dir das bildhaft wie eine Kompass-Kalibrierung vorstellen:

Wir holen dein System aus „Zufall & Autopilot“, schaffen ein Wirkfenster – und arbeiten dann ohne Nebel.


Warum das dynamisch ist (und genau deshalb wirkt)


Dein System ist nicht statisch. Mit jedem Schritt verändert sich die Ausgangslage.

Darum kalibriere ich vor jeder Session neu.


Oder als Bild:

Wir setzen nicht einen riesigen Stein und hoffen, dass eine Welle alles löst.

Wir setzen immer wieder kleine, präzise Steine – Welle für Welle – genau dort, wo du gerade stehst.



Der Langzeiteffekt: Klarheit auf „Wie geht’s dir?“


Das Ziel ist nicht ein perfekter Dauerzustand.


Das Ziel ist, dass du irgendwann klar sagen kannst:

  • Emotional stabil, mental überladen, Körper angespannt.

  • Engpass: Beziehungen. Außen: viel Lärm, wenig Einfluss.

  • Nächster Schritt: Grenze, Pause, Fokus – und weniger Input.


Das ist Selbstführung.

Und sie entsteht nicht durch Selbstoptimierung, sondern durch Orientierung + Entlastung + Wiederholung.



Wenn du tiefer gehen willst


Der Compass Snapshot gibt dir Orientierung.

Die Fünf-Faktoren-Kalibrierung ist die präzise Variante im Wirkfenster.

Und ein Reset ist der Moment, in dem dein System wirklich Kapazität zurückbekommt.


Wenn du beim Lesen gemerkt hast:

„Ich kann das schon ein Stück – aber mein System ist zu voll, um es allein stabil zu halten“, dann ist das genau die Stelle, an der Begleitung Sinn macht.


Hinweis: Der Artikel und der Compass Snapshot sind keine medizinische Diagnose und ersetzen keine Abklärung bei körperlichen oder psychischen Beschwerden.


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