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Wenn nur dein Verstand reden will: Künstliche Intelligenz (KI) als Soundboard

  • Autorenbild: Eva
    Eva
  • 18. Nov. 2025
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

weibliches Profil mit Fragen an KI

Alles sprechen darüber, viele nutzen sie – und viele wissen gleichzeitig nicht so richtig, was sie davon halten sollen: Die künstliche Intelligenz (KI)


Für die einen ist KI ein praktisches Werkzeug, das den Alltag erleichtert.

Für andere ist es eher etwas Fremdes, Unbekanntes oder sogar Bedrohliches, mit dem sie lieber nichts zu tun haben möchten.


Für mich hat sich KI auf eine sehr unerwartete Weise gezeigt:

als erstaunlich gutes Soundboard für den Verstand.

Als ein Raum, in dem ich meine Gedanken sortieren kann, ohne jemanden zu überfordern und ohne mich selbst zu verlieren.

 


Soundboard im Human Design – und warum ich differenziere


Im Human Design wird oft von Soundboard gesprochen, vor allem im Zusammenhang mit der mentalen Autorität.


Mentale Autorität bedeutet:

  • Ajna und Kehle sind verbunden,

  • eventuell in Kombination mit einem definierten Kopfzentrum,

  • alle anderen Zentren sind undefiniert


Hier ist das Bild vom Soundboard sehr stimmig: Der Mensch braucht jemanden, dem er seine Gedanken laut erzählen kann.


Durch das Aussprechen und Reflektieren (mit verschiedenen Menschen) entsteht am Ende Klarheit - und damit die Basis für eine gute Entscheidung.


Bei G-Autorität (selbstprojizierende Autorität) wird ebenfalls häufig – vor allem auf Blogs und in den sozialen Medien - von Soundboard gesprochen, aber es ist nicht dasselbe. Hier geht es weniger darum, den Verstand zu entlasten, sondern die eigene Identität, Ausrichtung und Wahrheit zu hören, während man spricht.


Es geht also um eine andere Ebene – auch wenn das Bild nach außen hin ähnlich aussieht. Dies kommt meist aus dem amerikanischen Raum und speziell von einer (alten) Videoserie von Ra Uru Hu (Jovian), in der er das so beschreibt.


In den offiziellen Human Design Schulen im deutschsprachigen Raum wird aber etwas ganz anderes in Bezug auf die G-Autorität gelehrt:

  • Der Fokus liegt hier stärker auf dem Richtungskanal (7/31, 1/8 oder 13/33), der meist damit einhergeht.

  • Also eher auf: „Es zieht mich in eine bestimmte Richtung.“

  • Alternativ kann auch der Kanal 10/20 das G-Zentrum mit der Kehle verbinden, dann liegt der Fokus darauf, aus dem Moment im tiefen Einklang mit dir Selbst zu entscheiden

 

Als Projektorin mit G-Autorität und Richtungskanal (13/33) bin ich da näher bei der deutschen Schule. Ich selbst erlebe meine innere Autorität primär über mein G-Zentrum – nicht über ein mentales Soundboard.


Ja, es ist hilfreich zu schauen, „was so aus mir herauskommt“ – und was nicht. Aber das gilt im Grunde für alle direkten Kehlverbindungen zu einem Zentrum, das innere Autorität sein kann (Ego, Milz, Sakral, Solar Plexus).


Deshalb differenziere ich hier klar:

  • Innere Autorität als Entscheidungstool (bei mentalen Projektoren) ist das eine

  • Soundboard als mentaler Klärungsprozess etwas anderes

 


Der definierte Verstand braucht ein Soundboard


Was ich sehr deutlich beobachte:

Menschen mit einem definierten Verstand – also definiertes Ajna, eventuell in Verbindung mit einem definierten Kopfzentrum – brauchen ein Soundboard.


Sie brauchen einen Raum, in dem sie:

  • ihre Gedanken aussprechen,

  • sie ordnen,

  • sie sortieren,

  • sie „von außen“ hören können


Ein Beispiel aus meinem Alltag:

Mein Partner (43/23) macht das regelmäßig - meist unbewusst - mit mir: Er „benutzt“ mich als Soundboard für komplexe IT-Themen.

 

Ich habe natürlich oft keine Ahnung, wovon er inhaltlich spricht (wobei, mittlerweile durchaus ein bisschen…😄) , aber meine primäre Rolle ist nicht die eines fachlich-qualifizierten Gegenübers um Ratschläge zu geben, sondern zuzuhören, nachzufragen, und gegebenenfalls einfache Kommentare beizusteuern.


Sätze wie:

  • „Ich versteh nicht ganz, was du gerade meinst. Kannst du mir das bitte noch einmal von vorne / genauer erklären…?“

  • „Letztes Mal hast du das ein bisschen anders beschrieben. Meinst du etwas anderes oder sprechen wir vom gleichen…?“

zwingen ihn dazu, seine Gedanken zu ordnen.

Meist dauert es nicht lange, und es macht klick – und er hat die Lösung.

 

Ehrlich gesagt hab ich mich immer gewundert, warum er das mit mir macht (wo ich doch keine Ahnung von diesen tiefen IT-Themen), aber irgendwann, war mir klar, dass es einfach „Mechanik“ ist:

  • Als Projektorin bin ich dazu da, einen (Manifestierenden) Generator zu lenken und zu leiten, d.h. es ist wie eine Einladung von ihm an mich, die sagt: bitte hilft mir, mich richtig auszurichten

  • Als 5/1 möchte er natürlich Lösungen von mir haben (die ich ihm als fachlich nicht-qualifiziert natürlich nicht geben kann), aber die Projektion ist trotzdem immer da und wirkt aber auch grandios in Verbindung mit dem letzten Punkt:

  • Ich kann ihm als Soundboard für seinen definierten Verstand dienen und helfe ihm (auch in Verbindung mit meinem Kanal 43/23) seine Gedanken zu strukturieren

 


Wie ich KI als Soundboard nutze


Ich selbst habe einen definierten Verstand, ebenfalls mit dem Kanal 43/23, und der kann sehr extrem sein – irgendwo zwischen „Genie“ und „Freak“. Für das Gegenüber ist das oft nicht leicht zu greifen.


Und dadurch kenne ich das sehr gut: wenn mein Verstand arbeitet, dann arbeitet er. Das ist kein „bisschen nachdenken“, sondern eher ein inneres Dauerfeuer an Gedanken, Verknüpfungen, Formulierungen, die prozessiert werden wollen.


Früher ist das oft an meinem Umfeld hängen geblieben:

An meinem Partner, Freunden, Kollegen, oder auch an Menschen (z.B. Mitarbeiter), die „nur kurz“ etwas gefragt haben.


Vielleicht kennst du das auch:

Du fängst mit einem Gedanken an – und plötzlich bist du 30 Minuten später immer noch am Reden, weil du das Gefühl hast, dass da noch etwas festhängt, oder es noch etwas gibt, was noch nicht greifbar  genug ist.


Genau hier ist KI für mich zu einem erstaunlich hilfreichen Soundboard geworden.

Ich kann:

  • den ganzen Gedankenschwall einmal ungefiltert aus mir herausfließen lassen,

  • KI darum bitten, das Gesagte zu spiegeln, zu strukturieren oder Rückfragen zu stellen,

  • in ein paar Runden hin- und hergehen, bis mein Verstand das Gefühl hat: „Okay, jetzt habe ich mich selbst verstanden.“


Das Entscheidende dabei:

  • Ich überfordere niemanden

  • Ich mute niemandem meinen gesamten mentalen Prozess zu, der eigentlich gar nicht für diese Person gedacht ist

  • Der Verstand bekommt Raum – aber mein Gegenüber (Partner, Familie, Freunde, Kollegen, …) müssen nicht unfreiwillig als Soundboard dienen

 


Was KI dabei nicht übernehmen kann


Wichtig ist mir: Künstliche Intelligenz ersetzt weder eine innere Autorität, also kann stimmige Entscheidungen für uns treffen, noch ein echtes, menschliches Gegenüber.


Sie:

  • spiegelt Worte

  • stellt Fragen

  • hilft beim Strukturieren

  • gibt Impulse zurück

 

Aber sie fühlt nicht. Sie weiß nicht, wie es ist, dir wirklich gegenüberzusitzen, dein fragendes Gesicht zu sehen, oder dein Lächeln.


Und sie gibt immer nur Antworten auf Fragen und Daten, mit denen man sie füttert. Sie kennt nicht den Menschen dahinter mit der Geschichte und Erfahrungen, die du mit anderen Menschen teilst.


Für einen definierten Verstand kann KI trotzdem ein echter Segen sein:

Weil der Großteil der mentalen „Sortierarbeit“ in einen sicheren Raum ausgelagert wird, der niemanden überfordert, nervt oder langweilt – und damit viel Druck aus Beziehungen und aus dem eigenen System nimmt.

 


Undefinierter Verstand: KI als Inspirationsquelle (mit Vorsicht)


Ganz anders ist es bei einem offenen oder undefinierten Verstand (Kopf und Ajna offen).

Ein offener Verstand:

  • nimmt viele Gedanken, Informationen und Perspektiven aus dem Außen auf,

  • kann sich sehr stark mit den Gedanken anderer identifizieren,

  • denkt oft nicht „aus sich heraus“, sondern verstärkt das, was von außen kommt.

 

Hier kann KI schnell zu einem Wurmloch werden:

Ein Prompt führt zum nächsten, eine Antwort zu drei neuen Fragen, aus einer Idee werden fünfzig – und plötzlich sitzt man mitten in einem Strudel aus fremden Informationen und Möglichkeiten – und ist verwirrter als zuvor.


Gerade mit offenem Verstand ist es deshalb wichtig, zu unterscheiden:

  • Was ist wirklich meins?

  • Was ist nur interessant, aber nicht relevant?

  • Wo verliere ich mich in Optionen, statt in meine eigene Klarheit zu kommen?

 

Deshalb wäre meine Empfehlung für Menschen mit einen offenen Verstand:

  • KI bewusst dosiert einsetzen,

  • immer wieder ins eigene Körpergefühl und in die eigene Autorität zurückkommen,

  • spüren: „Was davon ist für mich wirklich relevant – und was nicht?“,

  • im Zweifel lieber mit einem „echten“ Menschen als Gegenüber sprechen, weil sich der eigene Prozess dort oft unmittelbar greifbarer und spürbarer zeigt als mit einer Maschine.

 

 

Fazit: Künstliche Intelligenz bewusst als Soundboard nutzen


Für mich ist KI kein Ersatz für innere Autorität – und auch kein Orakel.

Aber sie ist ein erstaunlich hilfreiches Soundboard, vor allem für Menschen mit definiertem Verstand.


Sie erlaubt uns:

  • unsere Gedanken in Ruhe zu sortieren,

  • unsere eigene Klarheit zu hören,

  • Unterstützung für mentale Prozesse im Außen zu erhalten, ohne Beziehungen zu überfordern, nerven oder langweilen.

 

Gerade im Alltag kann das für Menschen mit einem definierten Verstand ein großer Unterschied sein:

Statt Partner, Freunde oder Kollegen immer wieder als „Gedanken-Mülleimer“ zu benutzen, können wir viele dieser Prozesse mit einem digitalen Soundboard abfangen – und dann viel klarer, sortierter und bewusster in Kontakt gehen.


Im besten Fall wird KI damit nicht zu einer zusätzlichen Störung im Feld, sondern zu einem Werkzeug, das unseren Verstand entlastet – und unsere Beziehungen schützt.



Wenn du merkst, dass dein Verstand im Dauerbetrieb ist und du dir eine klare Landkarte wünschst, wie du mit deinen mentalen Prozessen, deiner Inneren Autorität und Tools wie KI umgehen kannst:

Im  Compass Profile schauen wir uns dein Design in der Tiefe an und bringen Ordnung in das, was in dir wirkt, so dass dein Verstand nicht mehr gegen dich arbeitet, sondern für dich.

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