Ich liebe meinen Job - warum fällt es mir so schwer, gutes Geld dafür zu verlangen?
- Eva

- 28. Nov. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen

„Ich liebe meinen Job -und genau deshalb tu ich mir schwer, Geld dafür zu verlangen...“
Diesen Satz höre ich immer wieder.
Und jedes Mal denke ich mir: Wie schräg ist das eigentlich?
Schaut man sich die Arbeitswelt genauer an, sieht man ein Muster, das auf den ersten Blick paradox wirkt:
Die Menschen, die ihren Job offen hassen, verdienen oft erstaunlich gut.
Die Menschen, die ihre Arbeit wirklich lieben, tun sich mit Geld, Gehalt oder Preisen am schwersten.
Nicht, weil sie weniger leisten. Sondern, weil sie anders über Arbeit, Freude und Geld denken.
Schmerzensgeld vs. Freudehonorar
Die erste Gruppe ist leicht zu erkennen:
Sie schleppen sich Tag für Tag in ein Umfeld, das sie nicht mögen. Sie ertragen Politik, Meetings, Druck, Frust.
Und sagen ganz offen Dinge wie:
„Naja, immerhin werde ich gut bezahlt. Für den ganzen Stress will ich wenigstens ordentlich Geld sehen.“
Das ist Schmerzensgeld: Geld als Ausgleich für etwas, das weh tut.
Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die ihre Arbeit wirklich gern machen:
Sie gehen mit Kunden, Kollegen oder Projekten tiefer, als irgendjemand erwarten würde.
Sie denken zwischen den Terminen weiter.
Sie übernehmen Verantwortung, fühlen sich verbunden mit dem, was sie tun.
Sie sind fachlich oft überdurchschnittlich gut, bringen sich ein, halten den Laden mit zusammen.
Und genau diese Menschen sagen Sätze wie:
„Ich kann doch nicht so viel verlangen, ich mach das ja gern.“
„Für mich fühlt sich das nicht nach ‚richtiger Arbeit‘ an – wie soll ich das hoch bepreisen?“
Als wäre Spaß und Freude an der Arbeit ein Rabattgrund.
Die heimlichen Regeln im Hintergrund
Wenn man genauer hinschaut, tauchen fast immer innere Regeln auf.
Unausgesprochene Glaubenssätze, nach denen das eigene System schon seit Jahren funktioniert.
Zum Beispiel:
„Was mir leicht fällt, ist nichts wert.“
„Geld gibt es nur für harte Arbeit.“
„Leistung zählt nur, wenn sie mich an meine Grenzen bringt.“
„Wenn ich Spaß habe, muss ich irgendwo anders dafür bezahlen.“
Diese Regeln stehen nirgends. Sie tauchen in keinem Arbeitsvertrag, keinem Businessplan und keinem Gehaltsgespräch auf.
Aber sie steuern Entscheidungen:
welche Gehälter oder Honorare du für „realistisch“ hältst,
ob du überhaupt den Impuls hast, mehr zu verlangen,
wie du reagierst, wenn jemand deine Forderung in Frage stellt,
wie sehr du bereit bist, dich für „ein bisschen Sicherheit“ unter Wert zu verkaufen.
Solange diese Regeln unangetastet bleiben, bringen die besten Strategien, Verhandlungstrainings oder Verkaufstechniken erstaunlich wenig.
Man kann an Aufgaben, Angeboten, Projekten und Formulierungen drehen - das Grundgefühl bleibt: „Darf ich das wirklich verlangen?“
Metaphysisch betrachtet: Erfolg am falschen Ort
Aus metaphysischer Perspektive – egal ob man mit Human Design, Astrologie oder anderen Systemen arbeitet – zeigt sich oft ein Muster:
Viele Menschen versuchen, dort „erfolgreich“ zu sein, wo sie energetisch gar nicht wirklich zu Hause sind.
Sie orientieren sich an Referenzen, die gar nicht zu ihnen passen:
Menschen mit einem völlig anderen Energiesystem,
einem anderen Weg, zu Ergebnissen zu kommen,
einem anderen Bedarf an Tempo, Sichtbarkeit, Druck
Statt ihr eigenes Design ernst zu nehmen, leben sie im Dauer-Vergleich:
„Der macht das so, also sollte ich auch …“
„Die hat so viel Output, ich muss mehr Gas geben …“
„Alle sagen, ich müsste skalieren / Karriere machen / mehr übernehmen, also …“
Das Ergebnis:
Man arbeitet gegen das eigene Design, nicht mit ihm
Die Bereiche, in denen man wirklich gut ist, werden als „normal“ - und damit gefühlt nicht als bezahlwürdig angesehen
Das, was einen eigentlich ausmacht, wie Klarheit, Tiefe, Struktur, Führung, Einfühlungsvermögen, Überblick, wird zur Selbstverständlichkeit.
Und Dinge, die eigentlich Bonus wären, landen als kostenlose Dreingabe im Standardpaket.
Wenn „zu viel Freude“ zum Problem wird
Ein Punkt, den viele ungern zugeben:
Wer seine Arbeit liebt, ist oft bereit, weit über das Vereinbarte hinauszugehen.
Man beantwortet „nur kurz“ noch Nachrichten am Abend
Man denkt am Wochenende weiter über Lösungen nach
Man bereitet mehr vor, als irgendjemand offiziell angefragt hat
Man hält still, wenn etwas nicht fair ist, weil „die Menschen ja nichts dafür können“
Nicht, weil man ausgenutzt werden will, sondern weil es einem ehrlich wichtig ist, dass Dinge gelingen und Menschen weiterkommen.
Das ist wunderschön - aber gefährlich, wenn Preise, Gehälter und Rahmenbedingungen diese Realität nicht abbilden.
Dann entsteht eine Schieflage:
innerlich volles Engagement,
äußerlich ein Niveau, das eher zu „netter Zusatzleistung“ passt, als zu dem, was man tatsächlich gibt.
Auf Dauer ist das ein sicheres Rezept für Frust, Verbitterung, Wut und Enttäuschung. Und irgendwann auch für Erschöpfung.
Was sich ändern darf
Bevor es an Strategien, Verhandlungstricks und schicke Verkaufsformulierungen geht, lohnt sich ein anderer Schritt:
1. Klarheit darüber, wie du tatsächlich designed bist
Was fällt dir so leicht, dass du es kaum noch als besonderes Talent wahrnimmst?
In welchen Situationen blühst du auf – und in welchen brennst du aus?
Bist du natürlicher Stratege, Kommunikator, Umsetzer, Ruhepol, Problemlöser?
Je besser du deine eigene „Architektur“ kennst, desto weniger verhedderst du dich im Vergleich mit Menschen, die völlig anders funktionieren.
2. Die alten Regeln im System sichtbar machen
Welche Sätze laufen in dir, wenn es um Geld, Wert und Leistung geht?
Von wem hast du gelernt, dass Freude und gutes Geld nicht zusammenpassen dürfen?
Wo hast du erlebt, dass Menschen mit Leichtigkeit eher belächelt als ernst genommen wurden?
Nicht, um Schuldige zu finden, sondern um zu erkennen, welchem alten Drehbuch du noch folgst.
3. Deine Arbeit neu bewerten
Nicht nur nach Zeit und Aufwand, sondern nach:
Tiefe
Verantwortung
Wirkung
Was passiert, wenn du deine Beiträge einmal ehrlich auf dieser Ebene betrachtest, statt nur daran zu denken, wie „angenehm“ dein Job im Vergleich zu anderen ist?
4. Und erst dann: über Geld sprechen
Erst wenn klar ist:
wer du bist,
wie du arbeitest,
was du wirklich einbringst,
macht es Sinn, über Gehalt, Honorare, Modelle und Rahmenbedingungen zu sprechen.
Sonst verhandelst du nur oberflächlich Symptome, statt die eigentliche Schieflage zu lösen.
Gute Arbeit darf sich gut anfühlen - und gut bezahlt werden
Für mich persönlich war ein Schlüsselmoment, als ich diesen scheinbar einfachen Satz wirklich ernst genommen habe:
Gute Arbeit darf sich gut anfühlen – und gut bezahlt werden.
Nicht trotz Freude.
Nicht obwohl es leicht geht.
Sondern genau deshalb.
Je mehr du dein eigenes Design lebst, desto klarer wird, was du wirklich in eine Zusammenarbeit einbringst.
Und desto leichter wird es, einen Preis zu verlangen - oder ein Gehalt einzufordern, das dem entspricht.
Und du?
Erkennst du dich eher im Schmerzensgeld-Modell oder bei denen, die ihren Job lieben und genau deshalb zu bescheiden unterwegs sind?
Und wenn du ehrlich bist:
Welche ungeschriebene Regel hält deinen Wert gerade noch klein?
Entdecke, wofür du designed bist, mit dem Compass Profile oder tauche tiefer in deine Business Architektur mit dem Metaphysical Business Report.





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