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Die Angst vor Emotionen und warum sie viel weniger gefährlich sind, als du denkst

  • Autorenbild: Eva
    Eva
  • 21. Jan.
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Die Angst vor Emotionen

Letztens habe ich mich mit einer lieben Freundin getroffen. Ich habe ihr von meiner Arbeit erzählt, wie ich Emotionen auflöse, welche Erfolge meine Klienten damit haben und wie spürbar das ihr Leben erleichtert.

Ihre Reaktion:


„Puh – Emotionen! Da gäb’s bei mir auch einiges zum Auflösen. Aber ich habe Angst hinzuschauen. Ich weiß genau, wo meine Themen sind, wo sie mich lähmen. Zum Beispiel, wenn ich an meine Tochter denke, wie sie auf der Motocross-Bahn fährt. Ich kann gar nicht mitgehen. Ich habe Angst, mich dem zu stellen. Angst davor, was ich fühlen würde, was ich fühlen muss…“


Und ich verstehe das total!

Gefühle und Emotionen sind ein essenzieller Teil von uns – und genau das macht vielen Angst.


In diesem Artikel geht es nicht darum, dich in Gefühlen baden zu schicken, „bis alles geheilt ist“. Es geht darum zu verstehen, was Emotionen überhaupt sind, warum sie so bedrohlich wirken – und warum sie in Wahrheit viel weniger gefährlich sind, als sie sich anfühlen.



1. Warum Emotionen so bedrohlich wirken


Die meisten Menschen haben nie gelernt, wie man mit intensiven Emotionen umgeht. Im Gegenteil:

  • Entweder Emotion = Drama, Streit, Tränen, Kontrollverlust.

  • Oder Emotion = Schwäche, also wegdrücken, zusammenreißen, „professionell bleiben“.


Daraus entsteht schnell ein inneres Skript:

„Wenn ich das jetzt wirklich zulasse, fall ich auseinander. Dann hört das nie wieder auf.“

Das ist keine „Schwäche“, das ist ein Schutzmechanismus. Dein System will dich vor Überforderung bewahren – nur leider verhindert es damit oft auch Entlastung.



2. Zwei Extreme: Drama-Queen oder Eisklotz


Weil es so gut wie keine emotionale Grundbildung gibt, landen viele in einem der beiden Extreme:


Variante A: Drama-Queen par excellence

  • Du springst von einer Gefühlswelle in die nächste.

  • Alles ist groß, laut, intensiv.

  • Du suchst ständig „das gute Gefühl“, aber es hält nicht.


Variante B: gefühlskalter Klotz

  • Du fühlst, dass da etwas wäre – aber du drückst es sofort weg.

  • „Bringt eh nichts, wenn ich weine.“

  • Nach außen funktional, innen immer angespannter.


Beides ist auf Dauer nicht zielführend und kostet enorm Energie.


Und nein – es ist kein klassisches Männer-Frauen-Thema.

Human Design kennt keine Geschlechter. Es gibt emotionale Männer genau so wie unemotionale Frauen. Ich bin selbst emotional undefiniert und bezeichne mich lieber als „emotional neutral“. Natürlich habe ich Gefühle, sie spielen eine Rolle in meinem Leben – sie sind aber anders gewichtet als bei einem Menschen mit einem definiertem Emotionalzentrum.



3. Emotional definiert oder offen – was das mit deinen Emotionen macht


Wenn man mit Human Design arbeitet, wird schnell klar, warum Emotionen für manche fast „zu viel“ sind – und andere eher verwirrt, aber nicht überwältigt sind.


Definiertes Emotionalzentrum (ca. 50 %)

  • Emotionen sind ein konstanter Teil des Lebens.

  • Es gibt kaum echte „emotionale Ruhe“, sondern Wellen: Hochs, Tiefs, Zwischenstufen.

  • Das Emotionalzentrum ist Motor- und Bewusstseinszentrum: Es liefert Energie und Perspektive.

  • Ich vergleiche es gern mit einem Segelboot:

    • bei gutem Wind kannst du einen Ozean überqueren

    • bei Flaute dümpelst du im Hafen und musst warten, bis der Wind sich dreht.


Undefiniertes Emotionalzentrum (die anderen 50 %)

Ich spreche hier lieber von Gefühlen, um klarer zu unterscheiden.

  • Dieses Zentrum produziert keine eigenen Emotionen,

  • dafür nimmt es die Emotionen der Umgebung wahr – und das um ein Vielfaches verstärkt (bildlich: 300 %).

  • Ist das Gegenüber gut drauf oder schlecht drauf, merkt der emotional offene Mensch das sofort.


Der wichtigste Satz hier:

Du bist meist der Bote, nicht der Sender. Du bist nicht verantwortlich für die Emotionen der anderen.

4. Verdrängte Emotionen verschwinden nicht


Was emotional definierte und offene Menschen verbindet, sind Gefühle – und Gefühle sind stark mit dem Verstand verknüpft. Sie befeuern sich gegenseitig.


Das Problem:

  • Wir gestehen Emotionen und Gefühlen oft keine Daseinsberechtigung zu.

  • Vor allem die „negativen“ sollen bitte weg: Angst, Wut, Traurigkeit, Scham.

  • Also werden sie verdrängt:

    • in irgendeine Ecke des Unterbewusstseins (psychologische Sicht)

    • oder als eingeschlossene Emotionen ins Energiesystem (energetische Sicht).


Beide erklären dasselbe:

Wenn du dich deinen Emotionen und Gefühlen nicht stellst, verschwinden sie nicht. Im Gegenteil: Sie wirken im Hintergrund weiter – täglich.

Je älter jemand ist, desto mehr Gelegenheiten gab es, etwas zu verdrängen – und desto größer das Paket an eingeschlossenen Emotionen, das das System mit sich herumschleppt.



5. Was in einer Emotion wirklich passiert


Vor vielen Jahren, lange bevor ich Human Design und die Methoden kannte, mit denen ich heute arbeite, habe ich einen TED-Talk von der amerikanischen Psychologin Joan Rosenberg gesehen. Sie hat erklärt, wie man mit Emotionen umgehen kann:

  • direkt in das Gefühl hinein,

  • es aushalten,

  • maximal 90 Sekunden lang.


Ihr Punkt: Emotionen kommen in Wellen.

  • Sie sind nie durchgehend „aktiv“,

  • sondern sie bewegen sich – Anstieg, Spitze, Abflauen.

  • Danach kommt Erleichterung oder sogar Neutralität.

  • Manchmal braucht es mehrere Wellen, verteilt über ein paar Tage.


Das Faszinierende: Die Intensität lässt mit jeder Welle nach.

Nicht, weil du „stark“ warst, sondern weil dein System seine Arbeit erledigt hat.



6. Emotionen Raum geben – ohne im Drama zu landen


Ich bin ein großer Fan davon, Schmerz und Tränen regelmäßig bewusst Raum zu geben, statt sie wegzudrücken und „stark zu sein“. Im wahrsten Sinne des Wortes bringt das die Dinge wieder in den Fluss.


Natürlich: Es gibt Situationen, die nicht ideal sind – Aufsichtsratssitzung, Vertragsverhandlung, Menschen, vor denen du dich nicht unbedingt öffnen möchtest. Das heißt aber nicht, dass du es wegschieben musst, bis nichts mehr übrig ist.


Nach so einem Termin:

  • einmal kurz raus,

  • Türe zu,

  • und alles rauslassen.


Gilt übrigens auch für Ärger und Wut – da darf ein Polster sehr hilfreiche Dienste leisten.


Und ja, das funktioniert auch mit positiven Emotionen.

Verliebtsein zum Beispiel. Je mehr man sich bewusst hineinfallen lässt, desto schneller ist der Zauber oft vorbei. Halten wir es künstlich klein, kann diese Phase sich erstaunlich lange ziehen. Auch das ist eine Welle - die man unbedingt mal reiten soll 🤩



7. Emotionen als Werkzeug – nicht als Feind


Emotionen und Gefühle wollen gefühlt werden – nicht verdrängt.


Und sie sind ein wunderbares Werkzeug, um sie produktiv für sich zu nutzen:

  • Dankbarkeit ist eines der einfachsten Tools, um das System in einen positiven Zustand zu bringen.

  • Sich mit Menschen zu umgeben, die einem gut tun, wirkt.

  • Musik ist ein genialer Shortcut: Musik kommt in Wellen (Frequenzen), wie Emotionen, und bringt dich sehr schnell in eine andere Schwingung.


Ich persönlich liebe es, in Emotionen zu baden, wie ich es nenne – bewusst, nicht ausgeliefert.



8. Warum „einfach fühlen“ oft trotzdem nicht reicht


Jetzt könnte man sagen: „Na gut, dann fühle ich eben. Thema erledigt.“


So einfach ist es meist nicht:

  • Über Jahre verdrängter Ballast lässt sich nicht mit einem „Aha, ich fühle mal kurz“ lösen.

  • Es gibt Erlebnisse, die man damals nicht halten konnte – also hat das System sie weggeschoben.

  • Dazu kommt die innere Angst:

    „Was, wenn alles auf einmal hochkommt und ich es nicht aushalte?“


Genau hier setzen Methoden an, die mit eingeschlossenen Emotionen arbeiten.

In meiner Arbeit identifiziere ich mit dem Emotionscode®, ob und welche Emotionen im System eingeschlossen sind – und wir lösen sie sanft und strukturiert.


Die spannende Erfahrung meiner Klienten:

  • Man spürt, dass sich etwas löst: manchmal spürt man nur ein leichtes Kribbeln, manchmal kommen Tränen, oft spürt man gar nichts außer Erleichterung.

  • Aber es hat nicht mehr die Wucht des ursprünglichen Ereignisses.

  • Das Gefühl der Erleichterung überwiegt.

  • Viele beschreiben es so, als würden sie eher aus der Beobachterposition zusehen, statt wieder mitten im Film zu stecken.



9. Was du aus diesem Artikel "Die Angst vor Emotionen" mitnehmen kannst


Wenn du nur drei Dinge mitnimmst, dann diese:


  1. Deine Angst vor Emotionen ist logisch. Sie will dich vor Überforderung schützen – aber sie verhindert oft, dass etwas heilen kann.


  2. Verdrängte Emotionen verschwinden nicht. Egal ob du es psychologisch oder energetisch betrachtest: Was du wegschiebst, wirkt im Hintergrund weiter – bis du es dir anschaust.


  3. Emotionen sind Wellen, keine Dauerzustände. Wenn du lernst, sie kurz zu halten, statt sie wegzudrücken oder zu dramatisieren, werden sie klarer, kürzer und weniger bedrohlich.


Wenn du spürst, dass da ein ganzes Paket an Emotionen und Gefühlen in dir schlummert, die du nicht alleine tragen möchtest – und du keine Lust hast, dich noch einmal durch jede Geschichte durchzuquälen:


Genau dafür arbeite ich mit dem Emotionscode® und meinen Resets.


Wir identifizieren den emotionalen Ballast, der dich einschränkt, und lösen ihn Schritt für Schritt auf, damit du wieder Herr (oder Frau 😉) deiner Gefühle wirst – und dein Leben nach deinen eigenen Vorstellungen gestalten kannst.


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